[Verdun 1917]

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Medailleur/in
Guido Goetz

Vorderseite
Der Pfeife rauchende Tod hält einen Strick in der Hand, mit dem eine geschundene und nach vorn gebeugte Frau an den Händen gefesselt ist und die er mit einem Tritt vor sich her treibt, als Verkörperung der französischen Marianne trägt sie eine phrygische Mütze auf dem Kopf.
Rückseite
UND RUHIG FLIESST DER RHEIN. Ansammlung verschiedener Gegenstände: im Zentrum ein Herz mit Nickelbrille und phrygischer Mütze, das von einem Stecken mit dem Kopf des Georges Clemenceau durchbohrt wird, dahinter ein Lorbeerzweig und eine Fackel; signiert: KG.

Datierung
1917

Material
Eisen
Durchmesser
58.59 mm

Literatur
G. W. Kienast, „The Medals of Karl Goetz“. Artus, Cleveland, Ohio, 1967. (S. 70 Nr. 196
S. 166 Nr. 196)
B. Kluge, Weisser, B., und Bannicke, E., „Gold gab ich für Eisen : der Erste Weltkrieg im Medium der Medaille ; [eine Ausstellung des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin im Bode-Museum 20. März 2014 bis 30. März 2015]. Das Kabinett ; 14“. Staatl. Mus. zu Berlin, Münzkabinett, Berlin, 2014. (S. 136f., Katalog-Nr. A58)
„Deutsche Kunstmedaillen des 20. Jahrhunderts : aus der Sammlung des Landesmünzkabinetts Sachsen-Anhalt ; [anlässlich der Ausstellung Deutsche Kunstmedaillen des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung des Landesmünzkabinetts Sachsen-Anhalt vom 25. Oktober 1996 bis 21. September 1997 in der Staatlichen Galerie Moritzburg Halle]“. Staatliche Galerie Moritzburg, Halle (Saale), 1996. (Kat. Nr. 60, S. 137)

Bemerkung
Die in ihrer Art zynische Propagandamedaille spielt zum Einen auf die Rheinkrise von 1840 an, als Frankreich vom Deutschen Staatenbund die Hoheit über die linksrheinischen Gebiete forderte. So zitiert die Medaillenrückseite dazu den hier ebenso zynisch wirkenden Vers aus dem „Lied der Loreley“, einem auf das Rheinland verfassten Gedicht von Heinrich Heine aus dem Jahr 1820 („Und ruhig fließt der Rhein“, Zitat siehe unten). Zum Anderen spielt das Motiv der auf der Rückseite dargestellten Maske des Georges Clemenceau auf die Dreyfus-Affäre an, in der sich Clemencau gegen Alfred Dreyfus und für eine harte Politik gegen das Deutsche Reich aussprach. Die Verheerungen von Verdun werden damit hämisch zur verdienten Rache am verhassten Erbfeind Frankreich und zum „politischen Denkzettel“ für die Auseinandersetzungen in der Dreyfus-Affäre stilisiert.

Heinrich Heine, 1822
(„Lied der Loreley“, 1. Strophe)
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin,
Ein Märchen aus uralten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt,
Im Abendsonnenschein.



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